Kinder und Tiere in Not sowie Katastrophen, die Menschen heimsuchen und schwer schädigen, veranlassen uns dazu, Mitgefühl zu empfinden und – wenn wir es schon nicht durch persönliches Handeln können – durch Geldspenden zu helfen.
Auf diesen Zug springen immer wieder vermeintliche Geschäftsleute auf, um mit dem Mitleid der Menschen ihre Taschen zu füllen. Ganz konkretes Beispiel:
Uns flatterte eine Anfrage per Mail ins Haus, in der eine Vertriebsagentur im Namen einer relativ unbekannten Hilfsorganisation nach Partnern suchte, die auf Provisionsbasis Fördermitglieder im Businessbereich werben. Zunächst völlig arglos haben wir geantwortet und um weitergehende Informationen gebeten. Die kamen auch, daran schloss sich ein Telefongespräch an, aus dem schon hervorging, dass die Vertriebsagentur sich wenig bis gar keine Gedanken zum Verfahren gemacht hatte, keine Kontakte und auch sonst wenig Brauchbares liefern konnte. Obwohl sich unser Misstrauen nicht sofort einstellte, erwachte es doch 2 Tage später und wir recherchierten (Google sei Dank) intensiv nach der Hilfsorganisation und der Vertriebsagentur.
Heraus kam, dass die Hilfsorganisation sich auf ihrer Internetseite mit detaillierten Informationen über die Verwendung der Spendengelder sehr bedeckt hielt und im Impressum außer einem Medienkoordinator niemand namentlich genannt wurde. Die Seite “Unser Team” enthielt lediglich ein Foto mit 5 Menschen, die dynamisch in die Luft sprangen – ohne Namensnennung, aber mit einer Hotline-Nummer, die 0,14 Cent pro Minuten kosten sollte.
Die Vertriebsagentur besaß überhaupt keine eigene Website und firmierte überdies als Ltd. (englische Firmenrechtsform, die kein Risiko übernimmt). Indem wir den Firmeneigner googelten, fanden wir ihn als Inhaber einer Seite für Sexanzeigen.
Auf der Internetseite des “Deutschen Spendenrats” (Danke an dieser Stelle für den guten Rat von Dr. Copray von der “Fairness-Stiftung”) fanden wir dann folgende goldenen Regeln für Spender:
Goldene Regeln für Spender
- Die Organisation, der gespendet werden soll, ist als gemeinnützig anerkannt.
- Die Organisation stellt auf Wunsch aussagekräftiges Material über die Aktivitäten und über die Organisation selbst zur Verfügung.
- Die Organisation informiert die Spender regelmäßig über durchgeführte und aktuelle Projekte.
- Die Organisation unterlässt aggressive Werbung.
- Die Organisation hat sich zu Transparenz und Offenheit verpflichtet. Dafür steht das Logo des Deutschen Spendenrates e.V. oder das Zeichen des Deutschen Zentralsinstitut für soziale Fragen (DZI).
- Die Organisation veröffentlicht einen Geschäftsbericht oder Jahresbericht mit Aussagen über die Mittelverwendung.
Unter “aggressiver Werbung” muss in diesem Fall das aktive/offensive Zugehen auf mögliche Fördermitglieder und Spender verstanden werden. Nach dieser Information war klar, dass hier Profithaie unterwegs sind, die ihre eigenen Taschen mit dem Mitleid der Menschen füllen wollen. Wir haben den Auftrag dankend abgelehnt und möchten mit diesem Blogbeitrag das Bewusstsein dafür wecken, sorgfältig zu prüfen und nicht blind zu vertrauen. Manchmal versteckt sich der Wolf im Schafspelz.








